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People of Body&Fit: Niederländische Juniorenmeisterin im Powerlifting Michelle de Jong

Im Rahmen unserer Mission, die Welt zu einem fitteren und gesünderen Leben zu inspirieren, möchten wir bei Body&Fit mit einer ganz neuen Reihe an Gesundheits- und Fitness-Storys weitere fitnessbegeisterte Mitglieder unserer Community ins Rampenlicht stellen. Mit unseren People of Body&Fit möchten wir unsere Freunde, Markenbotschafter und sogar einige Mitglieder der Body&Fit-Familie vorstellen, um dir jeden Monat eine Dosis Inspiration aus dem wahren Leben mit auf deinen Weg geben zu können. Wir haben zwar alle unsere eigenen Ziele, Körper und Vorstellungen davon, was „fit“ für uns bedeutet, aber letztendlich motivieren wir uns gegenseitig, Dinge in Angriff zu nehmen und erfolgreich zu sein. 


Unsere erste Story kommt von Body&Fit-Botschafterin Michelle de Jong, zweimalige niederländische Juniorenmeisterin im Powerlifting, Personal Trainerin und Powerlifting-Trainerin aus den Niederlanden. Nachdem bei Michelle 2015 eine funktionelle neurologische Störung diagnostiziert wurde, war sie jahrelang in physiotherapeutischer Behandlung, bevor sie durch Powerlifting das Vertrauen in ihren Körper zurückgewann. 


Vom Rollstuhl zum Powerlifting-Champion 


Eine funktionelle neurologische Störung ist eine Erkrankung, bei der die Impulse des Gehirns nicht in der richtigen Weise an den Körper weitergeleitet werden. Die Symptome beeinträchtigen in der Regel die Bewegungen, z. B. die Gehfähigkeit und die Sinne. Es kann auch zu Krämpfen, chronischer Müdigkeit und sogar Bewusstlosigkeit kommen. In Michelles Fall kam es praktisch über Nacht.


„Eben noch ein gesunder Teenager - plötzlich saß ich im Rollstuhl. Ich hatte Krämpfe und Anfälle und reagierte sensibel auf Geräusche, Licht und Gerüche. Am schlimmsten war jedoch, dass ich nicht mehr laufen konnte. Plötzlich konnte ich nicht mehr wie früher in die Schule gehen oder mich mit Freunden treffen. Stattdessen war ich in meiner Wohnung gefangen.“ 


Michelle verbrachte die nächsten 1 ½ Jahre im Rollstuhl und absolvierte ein intensives Reha-Programm, bevor sie wieder gehen konnte. Schrittweises Krafttraining war ein wichtiger Teil dieses Prozesses und sie fand Gefallen daran. 


„Für mich war es so ein großer Erfolg, als jemand, der irgendwie „weniger“ war als alle anderen, wieder zu Kräften zu kommen und ein normaler Mensch zu werden. Es hat mir einen solchen Antrieb gegeben, durch Krafttraining meinem Körper wieder vertrauen zu können. Ich wollte weitermachen, weil es mir nicht nur körperlich sondern auch mental geholfen hat.“


Also hat sich Michelle in einem Fitnessstudio angemeldet. Nach etwa einem Jahr entdeckte sie Powerlifting – eine Kraftsportart, bei der es darum geht, das größtmögliche Gewicht zu heben, und zwar in drei Disziplinen: Kniebeugen, Kreuzheben und Bankdrücken. Es kommen keinerlei zusätzliche Hilfsmittel zum Einsatz, die die Übungen erleichtern. Es gibt nur dich und die Hantelstange. Ein wahrer Maßstab dafür, wie stark jemand wirklich ist. Powerlifting war genau Michelles Ding. 


Vier Monate später nahm sie an ihrer ersten nationalen niederländischen Juniorenmeisterschaft teil und belegte den dritten Platz. In den folgenden zwei Jahren gewann sie den Titel. 2022 wird Michelle aus dem Juniorenbereich ausscheiden und gegen erfahrene erwachsene Powerlifter antreten – eine Herausforderung, auf die sie sich freut. 


Eine eher untypische Sportlerin, die in ihrer Kindheit an Dame-Turnieren teilgenommen hat 


Interessanterweise hat sich Michelle als Kind kaum für Sport interessiert. Sie erzählt uns, dass sie sogar ziemlich unsportlich war.


„Egal bei welcher Ballsportart, ich habe den Ball sicher immer mindestens einmal ins Gesicht bekommen! Tanzen habe ich auch ausprobiert – da war ich ebenfalls richtig schlecht. Ich bin jeden Tag mit dem Fahrrad zur Schule gefahren, das war etwa eine halbe Stunde hin und zurück. Außerdem hat mir Rollerskating Spaß gemacht. Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals in irgendeiner Sportart gut sein würde!“


Was sie allerdings gut konnte, war Dame spielen. Ja genau, das Brettspiel. Es stellte sich heraus, dass Michelle auch darin holländische Juniorenmeisterin war. Drei Mal! Dann wurde sie Junioren-Europameisterin, aber als ihr die Reisen und der Druck zu viel wurden, beschloss sie, nicht mehr an Turnieren teilzunehmen. 


Ernährung und Trainingsplan als Powerlifterin


Als Michelle erkannte, dass sie in einer körperlichen Sportart – dem Powerlifting – gut war, wurden Ernährung und Training zu einem wichtigen Bestandteil ihres Alltags. 


„In der Vergangenheit habe ich an Vitamin D-, Vitamin B12- und Eisenmangel gelitten, daher achte ich auf diese Stoffe, da ich weiß, dass ich anfällig für Mangelerscheinungen bin. Natürlich ist die Proteinversorgung wichtig für meine Muskeln und ich versuche, viele gesunde Fette zu mir zu nehmen. Als ich jung war, galten Fette als schlecht – sie hatten viele Kalorien und haben dafür gesorgt, dass man dick wurde. Ich habe versucht, so wenig wie möglich zu essen und das war überhaupt nicht gesund. Als ich mit dem Krafttraining anfing, begann ich, Essen als Energiequelle zu sehen und bemerkte den Unterschied in meinem Körper, wenn ich richtig aß und auf ihn achtete. Als Schwergewichtlerin genieße ich es jetzt zu essen!“


Sich mit den richtigen Nährstoffen zu versorgen, ist der einfache Teil. Was das Training angeht, kann es für Michelle schwierig sein, einen festen Plan einzuhalten, da die Symptome einer funktionellen neurologischen Störung mit unterschiedlicher Schwere auftreten und wieder verschwinden können.


„Normalerweise trainiere ich fünfmal pro Woche. Ich stehe auf und gehe für etwa 3-4 Stunden zur Arbeit, anschließend komme ich nach Hause, esse zu Mittag und mache einen Mittagsschlaf. Danach bin ich meistens bereit, um zu trainieren. Wenn ich mein Tagespensum nicht gleich schaffe, mache ich eine Pause, esse zu Abend und gehe danach zurück, um es abzuschließen. Das Wichtigste ist, dass ich wirklich auf meinen Körper hören muss. Wenn er mir sagt: „Hey, du bist heute zu müde“, muss ich einfach einen Gang runterschalten, in mich hinein hören und mir klarmachen, dass ich die Dinge nicht noch schlimmer machen will. Da ist es egal, dass ich mich unbedingt verbessern möchte und stärker werden will.“


Andere durch Social Media und Personal Training inspirieren


Bei unserem Gespräch hatte Michelle seit zwei Wochen mit einem Rückfall zu kämpfen. Es war eine schwere Zeit. Die Symptome waren wieder da. Trotzdem blieb sie positiv, da sie ihre Denkweise ändern konnte.   


„Im Moment muss ich nicht an die Landesmeisterschaften oder an persönliche Rekorde denken. Ich muss einfach wieder klein denken. Vor kurzem habe ich meinen ersten Spaziergang seit zwei Wochen gemacht. Es waren nur zwei Minuten, aber ich habe mich so stark gefühlt. Als ich im Rollstuhl war, verbrachte ich viel Zeit im Bett. Alles, was darüber hinausging, selbst so eine kleine Aktion wie ein Ausflug mit meinem besten Freund, war wie ein Abenteuer. Ich habe die kleinen Dinge schätzen gelernt. Es hat mir geholfen zu erkennen, dass es nicht immer darum geht, die Beste oder Stärkste zu sein. Manchmal musst du dir Ziele setzen, von denen du weißt, dass du sie erreichen kannst.”


Obwohl Michelle von ihren Freunden und ihrer Familie unterstützt wird, macht ihr der Gedanke Angst, wieder im Rollstuhl sitzen zu müssen. Es war das erste Mal seit sechs Jahren, dass sie so einen Rückfall hatte. Die Leute bewundern die erfolgreiche Gewichtheberin, die Michelle geworden ist, sodass sie manchmal das Gefühl hat, keinen schlechten Tag haben zu dürfen. Dennoch gibt sie in den sozialen Medien weiterhin einen echten und ehrlichen Einblick in die Höhen und Tiefen ihres Alltags, um andere, die mit eigenen Problemen zu kämpfen haben, zu inspirieren und zu motivieren. 


Michelle ist außerdem qualifizierte Personal Trainerin, die sich auf die Betreuung von sowohl Anfängern als auch Fortgeschrittenen im Powerlifting und Bodybuilding spezialisiert hat. In ihrem Fitnessstudio in ihrer Heimatstadt arbeitet sie mit Kunden, die die unterschiedlichsten Fitnesslevel, Hintergründe oder Ziele haben. 


„Das Beste an meinem Job ist, dass ich noch nie mit jemandem gearbeitet habe, der gesagt hat: „Oh, mein Leben ist perfekt.“ Ich habe mit Menschen mit Suchtproblemen, Essstörungen, Körperdysmorphien und vielen anderen Unsicherheiten zusammengearbeitet. Ich erlebe immer wieder, dass das Krafttraining ihnen hilft, zu wachsen, Vertrauen in sich selbst aufzubauen und zu erkennen, dass sie Dinge tun können, die sie nie für möglich gehalten hätten. Es zeigt, dass wir uns wirklich verändern können, wenn wir anfangen, uns um unsere Gesundheit und Fitness zu kümmern – nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich.“


Frauen erobern sich ihren Platz in der Welt des Powerliftings 


Eine weitere Sache, die Michelle an ihrem Job begeistert, ist es zu sehen, dass sich gerade Frauen ihren Platz in der Welt des Powerliftings und des Sports im Allgemeinen „erobern“. 


„Es gibt immer noch so viele Klischees in Bezug auf Frauen. Ich finde es so toll, wie sie sich ihren Platz erobern, für sich selbst eintreten und ihren eigenen Weg gehen. Ich sehe immer mehr Frauen, die zum Powerlifting kommen und nicht mehr so dünn sein wollen, wie sie es vielleicht vor zehn Jahren waren. Sie wollen Muskeln aufbauen, sich ihren Bereich im Freihantelbereich sichern und schwere Gewichte heben. Ich glaube, viele erkennen, dass sie nicht wie ein Muskelprotz auf Steroiden aussehen werden, wenn sie trainieren. Sie erarbeiten sich eine noch kurvigere, weiblichere Figur, die stark und kräftig ist. Das finde ich wirklich cool.“


Mit Kreativität ein Gleichgewicht im Leben finden


In ihrer Freizeit schreibt Michelle Gedichte und malt. Kreativ zu sein ermöglicht es ihr, eher ihren Geist als ihren Körper zu fordern und bietet ihr eine Abwechslung zum Powerlifting und zur Arbeit (Michelle erstellt derzeit eine Online-Coaching-Plattform für Powerlifting). Sie bezeichnet sich selbst als jemand, der zu viel nachdenkt. Daher hilft es ihr auch, Gedanken zu verarbeiten und sich mental auf Wettkämpfe und mögliche Rückschläge wie gesundheitliche Rückfälle vorzubereiten, die sie immer im Hinterkopf hat. Für Michelle ist es wichtig, ein Gleichgewicht zwischen geistigen und körperlichen Aktivitäten zu finden. Im Moment konzentriert sich Michelle darauf, wieder ein normales Leben führen zu können. Sobald das möglich ist, wird sie mit dem Training für die offenen nationalen Meisterschaften im Powerlifting beginnen, bei denen sie es auf das Podium schaffen möchte. Michelle hat sich außerdem vorgenommen, an den Europameisterschaften im Powerlifting teilzunehmen und ihren ersten 200-kg-Deadlift zu schaffen. 


Du kannst Michelles Geschichte und alle Ihre Fortschritte auf  Instagram unter @coco_michellex verfolgen. Wenn du jetzt Lust bekommen hast, Powerlifting auszuprobieren, erfährst du auf Coco Michelle - Online Coaching wie Michelle dir helfen kann, stärker zu werden und richtig zu trainieren. Vergiss nicht für weitere People of Body&Fit auf unserem Blog oder unseren Social Media-Seiten vorbeizuschauen (@body&fit_de). Ganz egal, wo du dich gerade befindest, mit Body&Fit und unserer Community voller anpackender und fitnessorientierter Menschen findest du alle Ratschläge und die Motivation, die du brauchst, um deine Ziele zu erreichen.